Statement von Nele Hertling (Schirmherrin) „Das genannte Projekt überzeugt mich sehr, sowohl in seinem Ansatz der Wiederbelebung verwaister Orte, als auch in seinem künstlerischen Ansatz der Verknüpfung zeitgenössischer Musik mit alten jüdischen Gesängen. Es ist überraschend zu entdecken, dass in Deutschland noch zahlreiche ehemalige Synagogen zu finden sind, die aus unterschiedlichen Gründen der kompletten Zerstörung in der Zeit des Faschismus entgangen sind. Besonders in kleineren Städten und Dörfern gibt es Gebäude, die, oft zweckentfremdet, nach dem Krieg unterschiedlich genutzt wurden. Diese Orte und ihre ursprüngliche Bedeutung wieder zu entdecken und als Teil der eigenen Geschichte zu begreifen, ist eine große, herausfordernde Aufgabe. Ich selber habe in letzter Zeit einige dieser Synagogen in einer neu genutzten Weise kennengelernt und war tief beeindruckt von der Möglichkeit, an diesen Orten, klein oder groß, ein Verständnis zu wecken und auszubauen für eine Vergangenheit, in der Juden Teil der eigenen lokalen Kultur und Geschichte waren. So kann auch eine neue lokale Verbundenheit entstehen. Die Idee, ein neues Leben in diese Orte zu tragen mit Mitteln der Musik, einem zentralen Element im jüdischen Gottesdienst, scheint mir außerordentlich gut geeignet, um Menschen heute anzusprechen und zu interessieren. Dabei wird sicher die Verbindung alter jüdischer Gesänge mit zeitgenössischer, besonders für diesen Zweck komponierter Musik das Interesse eines Publikums anregen. Die eingebundenen Komponisten, alle jung, aber durchaus schon erfahren und erfolgreich, werden sich in ihren eigenen Kompositionen mit der traditionellen jüdischen Musik auseinandersetzen und so für einen künstlerischen Zusammenhang der Programme stehen. Das vorgeschlagene Projekt überzeugt durch gründliche Planung und durchdachte Vorbereitung eines Publikums auch in den kleinen Orten, wie z. B. mit Einführungen, Workshops, Gesprächen, auch besonders in Schulen. Die geplante Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen bietet dabei eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung von Mekomot – Orte. Ich bitte alle, denen es möglich ist, dieses Vorhaben zu unterstützen, vor allem auch die notwendige finanzielle Basis zu schaffen. Ich selber werde mich gern und engagiert dafür einsetzen.“ Nele Hertling Vizepräsidentin der Akademie der Künste Berlin, im April 2014   In Koproduktion mit dem Deutschlandfunk (Redaktion Neue Musik: Frank Kämpfer)   Gefördert von: Kulturstiftung des Bundes Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ Deutschlandfunk Senat der Stadt Berlin Deutscher Musikrat Das Konzert am 3. November 2015 in der Neuen Synagoge Dresden findet im Rahmen der Jüdischen Woche Dresden statt.