Blick auf den Eingang der Synagoge

Einladung Orte – MEKOMOT in Warschau

Foto: Emmanuel Dyan, CC BY-SA 2.5-2.0-1.0

Am 02. Juni 2016 ist das Ensemble Orte-MEKOMOT in der Nożyk-Synagoge Warschau zu Gast. Die Einführung beginnt um 19:30 Uhr. Bis zum Beginn der deutschen Besatzung war die Bevölkerung Warschaus, des jiddischen Varshe, zu rund einem Drittel jüdisch, es gab Gemeinden verschiedenster Konfessionen und zahlreiche Synagogen.

Der Kaufmann Zalman Nożyk erwarb 1893 das Grundstück an der Twarda-Straße in der polnischen Hauptstadt und ließ darauf auf eigene Kosten eine Synagoge für die orthodoxe Gemeinde errichten, die 1902 feierlich geweiht wurde. 565 Gläubige, vor allem aus dem wohlhabenden jüdischen Bürgertum, fanden darin Platz. Während der nationalsozialistischen Besatzung 1939-1941 wurde der Bau als Lagerhalle und Pferdestall genutzt, 1941 allerdings wurde die Eröffnung von drei Synagogen in Warschau, darunter die Nożyk-Synagoge genehmigt. Nach dem Krieg war sie bis zu der antisemitischen Welle unter der Sowjetregierung 1968 in Gebrauch, und dann 1983 nach mehrjähriger Sanierung zum 40. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto wiedereröffnet.

Neoromantische und byzantinische Elemente sind in der Fassade und im Inneren des T-förmigen Baus sichtbar, der sich am Jerusalemer Tempel orientiert. Er ist das einzige historische Gebäude der einstmals vielen Warschauer Synagogen, der Nationalsozialismus und Kommunismus überdauert hat.

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